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Luzerner Kantonsspital Luzern

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Intensivmedizin

Die Intensivmedizin als mittlerweile unverzichtbarer Teil der Akutmedizin hat zur Aufgabe, die Funktion der Organe von erkrankten und verunfallten Patienten sowie von Patienten nach grossen operativen Eingriffen engmaschig zu überwachen, bereits beeinträchtigte Organe von einer weiteren Funktionseinbusse zu bewahren und den Ausfall lebenswichtiger Organe bis zu deren Erholung mit geeigneten Massnahmen zu überbrücken. Um diese Aufgaben zu erfüllen, arbeiten auf Intensivstationen speziell dafür ausgebildete Ärztinnen und Ärtzte und Pflegende mit einer Vielzahl von hoch spezialisierten Geräten.

 

Apparatemedizin?

Bespiele für die Unterstützung oder den Ersatz von funktionsgeschädigten oder ausgefallenen Organen sind die medikamentöse und maschinelle Unterstützung der Herz- und Kreislauffunktion, die maschinelle Beatmung, diverse Nierenersatzverfahren sowie zahlreiche weitere Massnahmen. Ebenso gehören dazu eine ausreichende Schmerztherapie und – falls nötig – geeignete Massnahmen für die Sedation (künstliches Koma).

Um die Überwachung der Patienten gewährleisten und diese Therapiemassnahmen anwenden zu können, ist der Intensivpatient notwendigerweise mit zahlreichen Kabeln, Kathetern (Schläuchen) und sonstigen Sonden versehen. Dies und der regelmässige Einsatz von hoch spezialisierten Geräten führen nicht selten dazu, dass die Intensivmedizin als «Apparatemedizin» wahrgenommen wird, wobei sich mit dieser Wahrnehmung einerseits eine Bewunderung für ihre technischen und medizinischen Möglichkeiten und andererseits die Vorstellung von möglicherweise mangelnder menschlicher Fürsorge verbindet. Diese Ambivalenz zeigt sich auch darin, dass einerseits das maximal Mögliche gefordert und andererseits ein Überleben nur dank Maschinen ebenso klar verneint wird. Sie kulminiert in der beängstigenden Vorstellung, dass die Intensivmedizin das Überleben des Patienten um jeden Preis und unter Inkaufnahme einer noch so geringen Lebensqualität anstrebe. Dies ist nicht der Fall: Die moderne Intensivmedizin fühlt sich einem verantwortungsbewussten und menschlichen Einsatz ihrer technischen und medizinischen Möglichkeiten verpflichtet.

 

Im Unterschied zu einer «normalen» Bettenstation, wo eine Pflegefachkraft in etwa sechs Patienten zu betreuen hat, werden die Patienten auf der Intensivstation je nach Schweregrad seines Zustandes von einem bis zwei Pflegenden pro Schicht (d.h. drei bis fünf Pflegende pro Tag) betreut. Daneben besteht auch eine entsprechend intensivere Betreuung durch das ärztliche Personal. Diese an und für sich intensive menschliche Betreuung wird von Angehörigen und Patienten sehr geschätzt, hat aber notwendigerweise einen häufigen (deshalb gelegentlich als unangenehm empfundenen) Wechsel der Bezugspersonen zur Folge.

 

Chirurgische Intensivstation am Kantonsspital Luzern

Die Chirurgische Intensivstation am Kantonsspital Luzern ist eine von der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin anerkannte Intensivstation und hat sowohl im Bereich der ärztlichen Weiterbildung für den Facharzt Intensivmedizin und die pflegerische Ausbildung zur Pflegefachperson Intensivmedizin jeweils den höchsten Ausbildungsstatus inne. Die Station verfügt derzeit über zwölf Intensivpflegebetten und betreut pro Jahr über 1000 Patienten. Es werden mit Ausnahme der akuten Transplantationsmedizin und der Behandlung von schwerstverbrannten Patienten sämtliche Bereiche der Intensivmedizin abgedeckt und dementsprechend alle modernen Therapieoptionen angeboten. Für Belange der Organspende arbeitet die Chirurgische Intensivstation eng mit dem Universitätsspital Zürich zusammen.