20. November 2009

Trinkwasser: Kann der Körper das Kalzium resorbieren?

Seit kurzem koche ich die Babyflaschen für unser Neugeborenes aus. Dabei ist mir aufgefallen, wie kalkhaltig das Wasser in der Stadt Luzern ist. Da ich auf eine kalziumreiche Ernährung achte, frage ich mich, ob der Körper das Kalzium aus dem Hahnenwasser resorbieren kann. Wenn ja, kann dies auch in mg/l (Milligramm pro Liter) ausgedrückt werden? Oder ist es gesünder, gefiltertes Wasser zu trinken? B.S. in L.

PD Dr. med. Christoph Henzen, Chefarzt Medizin, Endokrinologie-Diabetologie, Luzerner Kantonsspital, Luzern: Das Trinkwasser in der Stadt Luzern stammt zu je einem Drittel aus Quellen vom Pilatus, aus Grundwasser und aus Seewasser aus dem Vierwaldstättersee. Das gewonnene Wasser hat stets verschiedene Gesteine wie Granit oder Gneis durchflossen und auf diesem Weg unterschiedliche Mengen von Kalzium- und Magnesiumsalzen herausgelöst. Der Kalkgehalt oder die Wasserhärte wird vom Gehalt dieser gelösten Kalziumsalze bestimmt und angegeben mit «französischen Härtegraden», das heisst, je mehr Härtegrade, um so kalkhaltigeres Wasser.

 


Trinkwasser der Stadt Luzern
Das Trinkwasser in der Stadt Luzern variiert von 7 Härtegraden (weich) bis 28 (ziemlich hart). Entsprechend sind in 1 Liter weichem Wasser rund 70 mg Kalzium gelöst und in einem Liter hartem Wasser rund 280 mg Kalzium. Eine Reihe von Mineralwassern hat schon einen deutlich höheren Kalziumgehalt (am kalziumreichsten sind Adelbodner, Valser und Eptinger mit 400 bis 500 mg pro Liter).


Deckt nur einen kleinen Teil
Wenn man bedenkt, dass der Tagesbedarf an Kalzium beim Säugling 250 bis 500 mg beträgt und beim Jugendlichen und Erwachsenen rund 1000 bis 1500 mg, so deckt das Trinkwasser nur einen kleinen Teil ab, das heisst, es macht für die Kalziumzufuhr bei Säuglingen keinen entscheidenden Unterschied, ob Sie kalkreiches oder -armes Trinkwasser verwenden, da das Kind den wichtigen Anteil seines Kalziums aus der (Mutter-)Milch bezieht, dem wichtigsten Kalziumlieferanten. Die Milch sichert so eine genügende Kalziumzufuhr, die wichtig ist für das Wachstum und den Aufbau der Knochen.


Vitamin D
Ein wichtiger Faktor für die Kalziumaufnahme ist allerdings das Vitamin D, das im Gegensatz zum Kalzium in der Muttermilch knapp dosiert ist, weshalb eine Ergänzung als Vitamin-D-Tropfen bei Säuglingen empfohlen ist.


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